Geschichte der Loge

Galilei 810 im Orient Kaiserslautern

Am 8. Dezember 1951 erfolgte die Einsetzung der Deputationsloge „Barbarossa zur Treue“, als Tochterloge der „Vereinigten Großloge der Freimaurer von Deutschland“. Bruder Theodor Vogel, Großmeister der „Vereinigten Großloge der Freimaurer von Deutschland“, leitete die Festarbeit. Laut brüderlichem Beschluss und mit der Genehmigung des Großmeisters vom Februar 1952 erfolgte die Namensänderung der Loge in „Galilei“ Nr. 810.

Gemäß Artikel 12 der Verfassung der „Vereinigten Großloge der Freimaurer von Deutschland“ und mit Wirkung vom 21. Juni 1952 wurde die Loge „Galilei“ Nr. 810 nochmals als eine gerechte und vollkommene Bauhütte bestätigt.

Als Tochterloge der „Großen Landesloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland“ gehört sie seit dem 14 September 1958 dem Verband der „Vereinigten Großlogen von Deutschland“ an. Die Loge arbeitete zuerst nach dem Ritual der „Großloge zu Sonne“ von Bayreuth. Seit Einführung des Rituals der „Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland“ wird nach diesem gearbeitet. Bei der Gründung im Jahr 1951 zählte die Loge 12 Brüder. Ihr erster Meister vom Stuhl war Bruder Eduard Finkh.

Die Arbeit am Bau

Bereits in den Jahren 1945-1949 fanden sich Brüder aus verschiedenen Orienten von Deutschland, die durch die Kriegswirren nach Kaiserslautern verschlagen wurden, sowie ältere Brüder aus Kaiserslautern zusammen und bildeten einen freimaurerischen Stammtisch. Der Wunsch wieder eine Loge in Kaiserslautern zu stiften, um wieder im freimaurerischen Sinne arbeiten zu können, ließ die Brüder nicht mehr ruhen. Es war die Nachkriegszeit und es regierten noch die alliierten Kontrollmächte in den Besatzungszonen. Die Brüder nahmen Kontakte zu den wieder arbeitenden Nachbarlogen auf. Vor allem zu den Brüdern der Loge „Zur Freundschaft an der Haardt und Zur Freimütigkeit am Rhein“ in Neustadt a.d.Wstr., sowie zu den Brüdern der Loge „Zur Treue am Berge Horeb“ in Pirmasens. Gemeinsam arbeitete man an dem vorgegebenen Ziel. Auch konnte man Verbindungen zu den Brüdern der amerikanischen Streitkräfte, sowie den Zivilbeschäftigten der US Armee, die in Kaiserslautern und Umgebung stationiert waren und in Feldlogen arbeiteten, herstellen, so dass ein Freimaurerischer Zirkel entstand.

Am 08. Dezember 1951 erfolgte die Einsetzung der Deputationsloge „Barbarossa zur deutschen Treue“ als Tochterloge der „Vereinigten Großloge der Freimaurer von Deutschland“. Der Großmeister, Bruder Theodor Vogel leitete die Festarbeit. Mit Genehmigung der Großloge erfolgte 1952 die Namensänderung der Loge in „Galilei“ Nr. 810. Mit Erlass 54/21 des Großmeisters, Bruder Theodor Vogel, der „Vereinigten Großloge der Freimaurer von Deutschland“ von 15. Juli 1954, erhielt die Loge „Galilei“ Nr. 810 das Recht zur Affilierung von Brüdern Meister ausländischer Logen, deren Großlogen die „Vereinigten Großloge der Freimaurer von Deutschland“ anerkennen. Ebenso das Recht, Mitglieder der Besatzungsmächte aufzunehmen, zu befördern und zu erheben. Die Arbeiten führte man zweisprachig, also in Englisch und Deutsch. Durch die kontinuierliche Arbeit der deutschen und amerikanischen Brüder wuchs die Loge sehr schnell, so dass sie sich 1954 teilen konnte. Es entstand die Schwesterloge „Galilei“ Nr. 810A, die ihre Arbeiten nunmehr in englischer Sprache führte. Daraus wiederum entstand die Deputationsloge „George Washington“ mit der Matrikel-Nr. 820. Aus den nunmehr entstandenen 3 Logen bildete sich der Verein „Freimaurerloge Galilei“ e.V., dessen Satzung nach Befürwortung des Vorsitzenden des Verfassungskollegiums und des Vorstands des Großbeamtenrates der „Vereinigten Großloge von Deutschland“, mit Datum vom 25. April 1956 genehmigt wurde.

Mit Datum vom 1. Juni 1956 erfolgte die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister des Amtsgerichts in Kaiserslautern. Die bisherigen Räume in der Volkshochschule und bei amerikanischen Clubs ließen eine vernünftige Arbeit nicht mehr zu. Man erwarb das heutige Logenhaus, dessen Kauf am 6. Mai 1957 notariell beglaubigt wurde. Sofort begann man mit dem Umbau des Hauses, damit man einen Tempel und einen Bankettsaal erhielt. Sehr rasch waren alle Bauarbeiten ausgeführt. Die Einweihung des Tempels erfolgte am 13. Juli 1957. Jede der drei Logen arbeitete seit dem für sich, wobei man auch gemeinsame freimaurerische Veranstaltungen durchführte. Die Loge „Galilei“ 810 entwickelte sich in den nächsten Jahren sehr gut. Seit dem 14. September 1958 gehört die Loge als Tochterloge der „Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland“ an und arbeitet nach dem Ritual der Großloge A.F.u.A.M.v.D.. Die Beziehungen zu den Nachbarlogen und denen des Distrikts von Rheinland-Pfalz – Saarland wurden gefestigt. Auch wurden Verbindungen zu den Brüdern in Frankreich geknüpft. So konnte am 31. März 1973 die Partnerschaft mit der Loge „Lorraine“ Nr. 74 in Metz, die der „Grand Loge Nationale Francaise“ angehört, festlich begangen werden. Wie jede Gemeinschaft erlebte die Loge „Galilei“ Höhen und Tiefen. Brüder zogen fort zu anderen Wirkungsstätten, junge Brüder wurden aufgenommen, befördert und erhoben, und einige Brüder starben. Im Maurerjahr 1979/80 trennten sich 10 Brüder von der Loge und gingen auf Empfehlung des Distriktmeisters zur Loge „Zum Felsentempel“ nach Idar-Oberstein. Dort benötigte man junge Brüder als Nachwuchs, um die freimaurerische Arbeit fortsetzen zu können. Die Arbeit am rauhen Stein ging weiter. Mit Hilfe von Brüdern der Loge „Galilei“ 810 wurde in Deutschland die erste spanisch sprechende Loge mit dem Namen „Miguel de Cervantes Saavedra“ Nr. 960 gestiftet, die 1982 im Logenhaus zu Kaiserslautern durch den Großmeister Bruder Bornschein das Licht erhielt. 1982/83 trennten sich weitere 9 Brüder und bildeten die Loge „Wolfgang Amadeus Mozart“ Nr. 965. Sie wurde am 11. Juni 1983 eingesetzt und erhielt am 10. September 1983 das Licht im Logenhaus Kaiserslautern. Trotz der Verluste an Brüdern gingen die Arbeiten weiter und die Loge „Galilei“ erholte sich. Auch wurden die nachbarschaftlichen Beziehungen aufrecht erhalten, soweit es die Arbeiten in der eigenen Loge zuließen. Inzwischen hatte man auch brüderlichen Kontakt zur „Schillerloge“ Nr. 304, die der „Grand Lodge F. & A. M.“ des Staates New York angehört. Man besuchte sich gegenseitig und korrespondierte miteinander, so dass es zur Partnerschaft kam, die am 16. Oktober 1990 mit einer Festarbeit besiegelt wurde. Waren bei der Gründung der Loge im Jahr 1951 einige Brüder skeptisch und zweifelten an dem Fortbestand der Loge, so kann man heute mit Galileo Galilei sagen:

„UND SIE DREHT SICH DOCH“